Fortbildungen – Institut für Musiktherapie

Das Freie Musikzentrum fördert seit seiner Gründung die therapeutische Anwendung von Musik. Musiktherapie wird in Selbsterfahrungskursen, Fort- und Weiterbildungsseminaren, der jährlichen Musiktherapie-Tagung und der berufsbegleitenden Ausbildung von langjährig erfahrenen Musik­thera­peuten fachkundig und in persönlicher Atmosphäre vermittelt. Das Freie Musikzentrum ist mit seinem umfangreichen Seminarangebot und seinen hochqualifizierten Dozenten ein einzigartiges und international anerkanntes Institut musiktherapeutischer Weiterbildung.

Für die Interessierten aus musikalischen, pädagogischen und psychosozialen Berufsfeldern bieten wir praxisnahe Kurse zur Einführung und Selbsterfahrung an, die auch allen anderen Interessierten offen stehen. Daneben bieten wir zur fachlichen Qualifizierung für bereits berufstätige Musiktherapeut*innen berufsspezifische Seminare, eine dreiteilige Seminarreihe und berufsspezifische Zusatzqualifikationen an.

Zusätzlich beginnen wir im Herbstsemester 2021 mit einem Weiterbildungsangebot für approbierte Psychotherapeut*innen, die ihr Repertoire durch musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten erweitern wollen.

Fortbildungspunkte
Musiktherapeut*innen sowie approbierte Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen beachten bitte die Hinweise auf Fortbildungspunkte der Bayerischen Psychotherapeutenkammer sowie der DMtG bei den einzelnen Seminaren. 29. Fachtagung Musiktherapie

Das Weiterbildungsangebot gliedert sich in:

>> Offene Seminare mit allgemeinen Einführungskursen für Interessierte
>> Berufsspezifische Fachseminare für Musiktherapeut*innen
>> Zusatzqualifikationen
>> International Courses
>> Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*innen
>> Jährliche Musiktherapie-Tagung 2021
      29. Fachtagung »Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie«
  
    Die Tagung findet online statt!
>> Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie (BWM)

Musiktherapie – Seminare und Zusatzqualifikationen:
Silke Siebert: ssiebert@freies-musikzentrum.de

Musiktherapie – Berufsbegleitende Ausbildung BWM:
Monika Baumann: mbaumann@freies-musikzentrum.de
Dr. Andreas Wölfl: awoelfl@freies-musikzentrum.de

Vor Besuch eines Kurses ist eine Anmeldung erforderlich.
(es sei denn, es ist beim Kurs ausdrücklich anders vermerkt z.B. Drum Circle, Contact Jam)

Für Kursbuchungen folgen Sie bitte dem Button »Kurs buchen« im Menü links.
Gerne können Sie auch persönlich im Büro buchen oder verwenden Sie dieses
> Anmeldeformular, das Sie auch am Schluss des Programmheftes finden.
Tel.: 089 - 41 42 47 - 0
Fax: 089 - 41 42 47 - 60
E-Mail: info@freies-musikzentrum.de


Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Offene Seminare

Diese Seminare haben einen einführenden Charakter in unterschiedliche Bereiche musiktherapeutischer Arbeit. Sie richten sich an Interessierte (aus musikalischen, pädagogischen und psychosozialen Berufen), die sich Kenntnisse über Musiktherapie aneignen wollen.

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Musiktherapeutische Spiele – Spielen in der Musiktherapie Wochenende- oder Ferienkurs
Spielen ist einer der zentralen Begriffe innerhalb der Musiktherapie. Wenn in der therapeutischen Situation die Neugierde größer ist als das Misstrauen und die Angst, ist es möglich, sich auf Themen einzulassen, die im ernsten Leben zu gefährlich sind. Zu Beginn werden Möglichkeiten vorgestellt, spielerischen Zugang zu Musikinstrumenten und dem eigenen musikalischen Ausdruck zu finden. Anschließend werden konkrete musikalische Spielangebote praktisch erprobt und auf ihr gruppendynamisches, entwicklungspsychologisches und lerntheoretisches Potential hin untersucht. Den dritten Schwerpunkt bildet die Frage, wie aus einer konkreten therapeutischen Situation eine bestimmte Spielidee als therapeutische Intervention entwickelt werden kann.

18 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

F101 · Hanns-Günter Wolf · Kursraum 7 · 210,– €
Wochenende · Sa. 27.3., 10.00–19.00 · So. 28.3., 10.00–14.30 Uhr

Musiktherapie und Prävention Wochenende- oder Ferienkurs
Urte Reich stellt anhand der KlangBilderReise ihre musiktherapeutische Arbeit im Präventionsbereich vor. Hier geht die Entspannungsmethode Autogenes Training in Verbindung mit Klang. Elemente aus dem Achtsamkeitstraining, der Atemmeditation und anderen Techniken zur Verbesserung der Körperwahrnehmung werden ausprobiert und besprochen. Das Autogene Training wird methodisch erarbeitet, und es werden mehrere KlangBilderReisen mit verschiedenen Instrumenten durchgeführt. Die Teilnehmer*innen erwartet ein Wochenende voller Klänge, angeleiteter Entspannung und Körperarbeit. Dieser Kurs eignet sich als Selbsterfahrung, zum Lernen des Entspannungsverfahrens und als methodischer Zusatz zur eigenen Arbeit.
Eigenes Kissen, Decke, Yogamatte, wenn möglich mitbringen.
Fortbildungspunkte werden bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

F102 · Urte Reich · Kursraum 7 · 255,– €
Block 3 Tage · Fr. 11.6., 18.00–21.00 · Sa. 12.6., 10.00–18.00
So. 13.6., 10.00–13.00 Uhr

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Berufsspezifische Fachseminare

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Für Musiktherapeut*innen mit anerkannter Ausbildung
Einzelne Wochenendkurse sowie eine dreiteilige Seminarreihe geben Musiktherapeut*innen Gelegenheit, sich fachspezifisch fortzubilden und vertieft in ein Themenfeld einzusteigen.
Der didaktische Aufbau der berufsspezifischen Seminare umfasst die fundierte Vermittlung von Theorie und Praxis des jeweiligen Themas, die Vertiefung methodischer Fragestellungen in Selbsterfahrung und fachlichem Diskurs sowie den Transfer in die Praxisgebiete der Teilnehmenden. Derzeit wenden wir uns besonders der Auseinandersetzung und dem Umgang mit intensiven Gefühlen in der musiktherapeutischen Arbeit zu, wie Scham, Wut, Angst, Humor. Wir setzen unsere »Gefühlsreihe« im kommenden Sommersemester mit den Seminaren »Humor in der Musiktherapie« und »Grenzerfahrung Scham – wenn die Musik keine Töne mehr hat« fort.

Die dreiteilige Seminarreihe 2021 greift die musiktherapeutische Arbeit in der Neurologischen Rehabilitation auf. Dazu werden spezifische Ansätze, Kontexte und Methoden von zwei Dozentinnen vorgestellt. Die Anmeldung der Seminarreihe erfordert die Teilnahme an allen drei Blöcken. Einzelne Wochenenden der Reihe können nicht gebucht werden.

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Stärkung des Selbstwerts für Mädchen Wochenende- oder Ferienkurs
Das echt stark-Projekt / ein Workshop für Musiktherapeut*innen
In diesem Seminar wird eine präventive Projektarbeit zur Stärkung des Selbstwerts, von Mädchen im Alter von 10-11 Jahren, vorgestellt. Mädchen weisen im Jugendalter häufiger eine Abnahme des Selbstwerts auf als Jungen. Die Entwicklung des Selbstwerts hängt auch davon ab, wie Jugendliche ihre Entwicklungsaufgaben meistern. Körperliche Veränderungen nehmen hierbei einen besonderen Stellenwert ein. Ein positiver Selbstwert begünstigt psychische Gesundheit.
Der Workshop beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Einheiten. Themen wie Selbstwert, Entwicklungsaufgaben und Prävention stehen im Mittelpunkt. Die Technik des selbstwertstärkenden Feedbacks wird eingeübt. Altersgemäße Illustrationen kommen zum Einsatz und Spielideen für den Einsatz an Instrumenten, Stimme und Bodypercussion werden erprobt. Die Teilnehmer*innen werden in diesem Workshop darauf vorbereitet selbstständig ein echt stark-Projekt durchzuführen.
Mindeste Teilnehmerzahl 6

Die Durchführung der ersten 20 echt stark-Projekte werden bis Ende 2021 mit Fördergeldern im Umfang von 600 EUR pro Projekt vergütet.
Fortbildungspunkte werden bei der DMtG beantragt.
Dieses Seminar findet ausschließlich online statt.

21FF202 · Lisa Prechtl · online · 215,– €
Block 2 Tage · Sa. 20.3., 10.00–17.30 · So. 21.3., 10.00–15.30 Uhr

Grenzerfahrung Scham – wenn die Musik keine Töne mehr hat Wochenende- oder Ferienkurs
Neben Trauer, Wut und Freude ist die Scham ein sehr starkes Gefühl, dem wir immer wieder in Therapiesituationen oder auch im Alltag begegnen. In der Musik finden diese Gefühle oft einen unmittelbaren Ausdruck, aber wie klingt Scham? In schamvollen Momenten verstummt die Musik mitunter oder die Instrumente werden gar nicht erst in die Hand genommen. Die Scham ist ein wichtiger Indikator für eine Grenze und zeigt sie uns an. Was aber, wenn die Scham übermäßig wird und uns einengt, isoliert und einsam macht? Was ist, wenn keine Scham vorhanden ist? Was verbirgt sich unter der Scham? Wie können wir musiktherapeutisch mit Scham umgehen, wenn sie manchmal sogar das Musik spielen verhindert? Neben der Theorie, Selbsterfahrung und Rollenspielen mit eigenen Beispielen aus der Praxis, wird auch die Selbstfürsorge für uns Therapeuten thematisiert, wenn wir solchen Gefühlen begegnen.
Mindeste Teilnehmerzahl 6

F203 · Marit Bürger · Kursraum 7 · 225,– €
Ferienblock 3 Tage · Fr. 9.4., 18.00–21.00 · Sa. 10.4., 10.00–18.00 · So. 11.4., 10.00–13.00 Uhr

Spielregeln und Spielformen in der Musiktherapie mit Borderline Patient*innen Wochenende- oder Ferienkurs
Musik scheint in besonderem Maße die Kernproblematik von Borderline-Patient*innen, die Affektregulationsstörung, zu berühren. Die hohe emotionale Vulnerabilität und Ambivalenz dieser Patientengruppe tritt nicht selten gerade im Umgang mit Musik unmittelbar zu Tage. Oft wird damit das Konzept von »freier Improvisation« herausgefordert, das musiktherapeutischer Arbeit in der Regel zugrunde liegt. Wiederholbarkeit und Verlässlichkeit musikalischer Abläufe, haltgebende Formen und Spielregeln scheinen für die musikalische Beziehungsgestaltung und Interaktion von großer Bedeutung zu sein.
Dieses Seminar basiert auf dem Seminar »Musiktherapie mit Borderline Patient*innen« vom Dezember 2018, ist aber für alle offen, die sich mit dieser oder auch verwandten Patientengruppen auseinandersetzen. Im Vordergrund steht diesmal die praktische Arbeit. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen sollen Spielformen und -ideen erarbeitet werden, die sich in der Praxis von Einzel- und Gruppensitzungen als hilfreich erwiesen haben.
Eigene Fallbeispiele im Audio- und Videoformat können gerne mitgebracht werden.

16 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 8

F204 · Gerhard Kupski · Kursraum 7 · 220,– €
Wochenende · Sa. 15.5., 10.00–19.00 · So. 16.5., 10.00–14.00 Uhr

Freies Musikzentrum e. V. München | Konzerte

Humor in der Musiktherapie Wochenende- oder Ferienkurs
Die Bewältigung vieler kritischer Lebenssituationen, der Aufbau von Resilienz und viele kommunikative Prozesse speisen sich nicht zuletzt aus Humor, Freude und Spaß. Immer mehr klinische Studien belegen die salutogenen Wirkungen von Humor: beispielsweise bei Schmerztoleranz, Angstlösung, der Stärkung des Immunsystems und bei der Minderung von Stress. Mittlerweile finden »Humortrainings« in der medizinischen Ausbildung statt – Klinik-Clowns sind aus den meisten medizinischen Zentren nicht mehr wegzudenken.
Gerade unser Medium Musik beinhaltet ungeheuer viele freud- und spaßvolle Elemente. Wie können wir sie berücksichtigen, wie finden sie Eingang in unsere musiktherapeutische Arbeit? Wir wollen dies sowohl theoretisch als auch praktisch für bestimmte Arbeitsbereiche näher beleuchten und die kreativen Möglichkeiten humorvoller Ansätze in der Therapie ausloten. Hierbei soll auch auf die Vielschichtigkeit und die unterschiedlichen Facetten dieses Themas eingegangen werden.
Ich hoffe auf viel Freude beim gemeinsamen Entdecken und Kennenlernen unseres musiktherapeutischen Humor-Potentials!
18 Fortbildungspunkte sind von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 6

F205 · Gerhard Kappelhoff · Kursraum 7 · 270,– €
Block 3 Tage · Fr. 23.7., 18.00–21.00 · Sa. 24.7., 10.00–18.00 · So. 25.7., 10.00–13.00 Uhr

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Schulung spezieller musikalischer Kompetenzen für Musiktherapeut*innen
Diese Fortbildung, über zwei Wochenenden, ist an Musiktherapeut*innen gerichtet, die ihre Fähigkeiten zu improvisieren, zum Improvisieren einzuladen und improvisierenden Patient*innen und Patienten zu begegnen, vertiefen und ihre musikalischen Handlungs- und Beziehungskompetenzen erweitern möchten. Gleichzeitig wird in den Seminaren eine spezifische didaktische Methode zur Improvisation vermittelt. Diese ist eine modifizierte Weiterentwicklung der musiktherapeutischen Schulung von Prof. Alfred Schmölz, der die reformmusikpädagogischen Ansätze, vor allem von Heinrich Jacoby, um die psychodynamische Dimension erweiterte.

  • Teil 1: Intuition und Struktur
    Im Seminar 1 wird der Prozess zunächst auf eine Intuitionsschulung fokussiert, die Einzeltonspiele, Solo-, Dialog- und Gruppenimprovisationen, verschiedene Formen improvisatorischen Gestaltens sowie das Spüren auf deren Wirkungen umfasst. Die Arbeit mit musikalischen Strukturen beginnt am Klavier (besondere Kenntnisse sind hierbei nicht erforderlich), an dem sich deren Komplexität (Zentraltönigkeit/Bordun, Basslinien, Akkorde/Kadenzen, Melodien, Atmosphären) übersichtlich darstellen und verstehen lässt. Dies wird ergänzt durch verschiedene andere, auch persönliche Instrumente der Teilnehmenden. Dabei werden Möglichkeiten der musikalischen Beziehungsaufnahme und -gestaltung, die spontane professionelle Begleitung von Patientenspiel und die Umsetzung psychotherapeutischer Techniken wie Containing, Spiegeln, Provozieren usw. in Form von Rollenspielen erprobt und besprochen.
    Durch Übungen mit einfachen kadenzialen Strukturierungen wird zunehmende Sicherheit beim Spiel in verschiedenen musikalischen Formen angestrebt. Gleichzeitig werden Begleitmöglichkeiten besser erkannt, was sich auch auf die Möglichkeiten spontaner Begleitung von Improvisationen und Liedern auswirkt.

  • Teil 2: Individuelle Kompetenzanalyse und -entwicklung
    In der Zeit zwischen den Wochenenden sollen die vermittelten Spielformen und strukturellen Vorgaben ausprobiert und geübt werden. Dabei werden persönliche Vorlieben und Fähigkeiten, aber auch Defizite erkennbar. Es können sich lokale Peergroups bilden, oder es wird mit leicht erreichbaren Spielpartner*innen experimentiert. Diese Erfahrungen werden im zweiten Seminar weiter erprobt, entwickelt, vertieft und durch komplexere musikalische Strukturen ergänzt. Ziel ist eine individuelle Kompetenzanalyse und ein entsprechender Entwicklungsplan. Fragen, die durch persönliche Erfahrungen und Anwendungen in verschiedenen klinischen Bereichen aufgetaucht sind, werden erörtert und, ggf. auch musikalisch, reflektiert.

34 Fortbildungspunkte sind von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Buchung nur als Paket möglich.
Mindeste Teilnehmerzahl 6

21FF206 · Tonius Timmermann · Kursraum 7 · 450,– €
9.-11.7. und 3.-5.12.21 · je Fr. 18.00–21.00 · Sa. 10.00–18.00
So. 10.00–13.00 Uhr

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Musiktherapie in der Neurologischen Rehabilitation (nach erworbener Hirnschädigung) NEU
3-teilige Seminarreihe
Patienten mit erworbener Hirnschädigung stellen (auch) für Musiktherapeuten eine besondere Herausforderung dar. Ihr Wahrnehmen, ihr Erleben und ihr Verhalten sind verändert, erlernte therapeutische Handlungskonzepte greifen oft nicht. So erfordert die Arbeit in diesem Bereich sowohl spezifisches Wissen und ein vertieftes Verständnis für die Klientel als auch angepasste Konzepte und ein spezielles Repertoire an Interventionsformen für die therapeutische Praxis.
Dem widmet sich diese Seminarreihe in Theorie und Praxis. Am ersten Wochenende werden Krankheitsbilder, musiktherapeutische Konzepte und Interventionen vorgestellt und einzelne Methoden praktisch geübt. Das zweite Wochenende richtet den Blick auf die Arbeit in der Neuropädiatrie: Der Schwerpunkt liegt hier auf der Vorstellung von Einzel- und Gruppenkonzepten in der Therapie mit Kindern und Jugendlichen sowie der Einbeziehung von Angehörigen in die Therapie. Am dritten Wochenende stellen die Dozentinnen ihr Verständnis einer Anwendung des EBQ-Instruments in der Neurorehabilitation vor und analysieren auf dieser Grundlage Fallbeispiele mit den Teilnehmer*innen.

  • Teil 1: Monika Baumann (Freitag mit Claudia Cortes)
    Durch alle Phasen: Krankheitsbilder – Indikationen – Methoden
    Nach einem Überblick über die gängigen Krankheitsbilder und die bestehenden musiktherapeutischen Konzepte wird in diesem Seminar die Indikationsstellung für die musiktherapeutische Behandlung in den verschiedenen Phasen der Rehabilitation beleuchtet. Darauf abgestimmt werden Interventionen erarbeitet, spezifische Methoden vorgestellt und praktisch geübt. Dabei stehen sowohl einzelne Funktionen im Fokus als auch Aspekte der Krankheitsverarbeitung – wir bewegen uns bewusst im Spannungsfeld von funktioneller Therapie und Psychotherapie.

  • Teil 2: Claudia Cortes
    Musiktherapie in der Neuropädiatrie
    Anhand von Videomaterial der Dozentin werden verschiedene Methoden und Interventionsmöglichkeiten in der Einzel- und Gruppentherapie mit Kindern verschiedener Altersstufen (Babys bis Jugendliche) skizziert und praktisch geübt. Ein weiterer Schwerpunkt gilt den Angehörigen: Das Einbeziehen der Eltern in die Therapie, die Eltern-Kind-Interaktion und der Angehörige selbst mit seinen Bedürfnissen werden betrachtet. Hilfreiche Haltungen werden erarbeitet, wie man den oft unterschiedlichen Gefühlen von Patient und Angehörigen Raum geben und diesen gerecht werden kann.

  • Teil 3: Monika Baumann, Claudia Cortes
    Anwendung des EBQ-Instruments in der Neurorehabilitation
    Im dritten Seminar wird zunächst das EBQ-Instrument nach Schumacher, Calvet und Reimer kurz vorgestellt, um dann mit dessen Hilfe einzelne Szenen aus der musiktherapeutischen Behandlung von Patient*innen der Neurorehabilitation zu analysieren. So bekommen wir Aufschluss über die Entwicklung der Interaktion zwischen Patient*in und Therapeut*in und über die emotionalen Beziehungsqualitäten. Im nächsten Schritt werden wir dem Entwicklungsstand des Klienten angepasste Interventionen erkennen bzw. diese entwickeln. Anhand von weiteren Fallbeispielen wird diese Kompetenz geübt und vertieft – gerne Videosequenzen aus eigenen Behandlungen mitbringen (auf Stick oder DVD).
    Buchung nur als Paket möglich; 10 % der Gebühr sind bei Anmeldung, der Rest 14 Tage vor Seminarbeginn fällig.

54 Fortbildungspunkte von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Mindeste Teilnehmerzahl 7
Anmeldeschluss: 26.3.2021.

21FF201 Kursraum 7 · 650,– €
Teil 1 · Monika Baumann
30.4.-2.5.21 · Fr. 18.00-21.00 · Sa. 10.00-18.00 · So. 10.00-14.00

Teil 2 · Claudia Cortes
2.-4.07.21 · Fr. 18.00-21.00 · Sa. 10.00-18.00 · So. 10.00-14.00

Teil 3 · Monika Baumann, Claudia Cortes
8.-10.10.21 · Fr. 18.00-21.00 · Sa. 10.00-18.00 · So. 10.00-14.00

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Zusatzqualifikationen

Für Musiktherapeut*innen mit anerkannter Ausbildung
Zusatzqualifikationen, die aufbauend auf dem Grundberuf in kompakter Form eine theoretische und methodische Weiterbildung zu einzelnen Berufsfeldern und aktueller Theoriebildung anbieten, sind für das Berufsleben in unserer Gesellschaft von großer Bedeutung. Sie vermitteln den Teilnehmenden fundierte Spezialkenntnisse über ein Fachgebiet und verhelfen, sich neue Tätigkeitsfelder zu erschließen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in das berufliche Handeln zu integrieren. Die jeweiligen Curricula erhalten Sie auf Anfrage durch das Büro. Die Seminare werden mit einem Zertifikat abgeschlossen. Voraussetzung für die Teilnahme an den Zusatzqualifikationen ist der Abschluss einer anerkannten Ausbildung (DMtG).
Im Zuge der Anmeldung bitten wir Sie um entsprechende Nachweise. Im Sommer 2021 finden Sie die Zusatzqualifikation »TrommelPower – Gewaltprävention, soziale Integration und Persönlichkeitsförderung mit Musik« in einem neuen Format mit einem Basisseminar und der Trainer-Weiterbildung im Aufbauseminar. Aufgrund internationalen Interesses bieten wir ebenfalls einen englischsprachigen Kurs gleichen Inhalts in der Rubrik International courses an. Beide Kurse sind explizit für MusiktherapeutInnen und LehrerInnen konzipiert.

Freies Musikzentrum e. V. München | Musiktherapie

Gewaltprävention
TrommelPower – soziale Integration und Persönlichkeitsförderung mit Musik
In dieser Weiterbildung wird ein Modell für Projekte mit Kindern und Jugendlichen zur Gewaltprävention, Förderung der sozialen Integration und des Selbstwertgefühls durch musikalische und szenische Improvisation vorgestellt. Das Projektmodell TrommelPower wurde seit 2009 in mehreren Studien evaluiert und entsprechend der wissenschaftlichen Resultate überarbeitet und differenziert. Es kann im schulischen wie im außerschulischen Rahmen angewandt werden, ebenso in modifizierter Form im klinischen Bereich. Die einzelnen Elemente des Konzepts werden theoretisch erläutert und in Übungen praxisnah vermittelt. Insbesondere musikalische und musiktherapeutische Techniken zur Förderung des Selbstwertgefühls, der Empathiefähigkeit, der sozialen Integration und der konstruktiven Konfliktlösungsfähigkeit bilden einen Schwerpunkt im Konzeptaufbau. Darauf aufbauend wird den Kindern und Jugendlichen im Projekt Raum gegeben, sich auf kreative Weise sowohl mit Musik und Improvisation als auch mit den Themen Aggression, Gewalt und Streit auseinanderzusetzen, eigene Vorstellungen der Bewältigung zu entwickeln und diese in einer Performance darzustellen.
In den Seminaren werden unter Einbeziehung themenbezogener Selbsterfahrung Aspekte der Projektleitung, des Repräsentierens konstruktiver und sozial bezogener Konfliktlösungsmodelle in der Trainerhaltung und des Umgangs mit fehlender Motivation und Widerstand vermittelt, sowie Konzepte der nachhaltigen Wirksamkeit und der Implementierung solcher Elemente in den Alltag der Kinder.

TrommelPower – Basisseminar
Das Basisseminar vermittelt Grundlagen der Gewaltprävention mit Musik und der Projektmethode TrommelPower. Entlang des Projektaufbaus und der Verlaufsstruktur werden die zentrale methodische Vorgehensweisen Trommelimprovisation, Klangwahrnehmung Stimmarbeit und musiktherapeutisches Rollenspiel vorgestellt und in Übungen exemplarisch vermittelt. Wichtige Aspekte für die Einbindung der Projektarbeit in den Kontext der Schule und für den Transfer der Projektergebnisse werden erörtert.
Das Basisseminar ist für Interessenten aus dem musiktherapeutischen und pädagogischen Bereich. 46 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 12

21FF301 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Saal · 450,– €
Mi bis So · 4.8. bis 8.8. ·
Mi · 18.30–21.00 · Do–Sa · je 9.00–18.00 · So · 9.00–14.00

TrommelPower – Aufbauseminar (Trainerqualifikation)
Die Trainerqualifikation TrommelPower qualifiziert zur selbstständigen Planung und Durchführung der Projektmethode. Aufbauend auf das Basisseminar werden in dem Aufbauseminar methodische Vorgehensweisen für die Vorbereitung, Durchführung und den Transfer der Projektergebnisse vermittelt. Die Zusatzqualifikation ist im Sinne eines lernenden Systems konzipiert und erfordert von den Teilnehmer*innen die aktive Teilnahme am Lernprozess, die Umsetzung der Projektmethode in der Praxis sowie das selbstständige Erarbeiten, Präsentieren sowie die schriftliche Ausarbeitung einzelner Vertiefungsthemen in Kleingruppen (als Abschlussarbeit). Dieser methodische Zugang vermittelt eine ähnliche Vorgehensweise, wie sie idealer Weise auch in den Projekten angewandt wird und von der nach aktuellem Forschungsstand der größtmögliche Lernerfolg zu erwarten ist.
Die Zusatzqualifikation baut auf dem Basisseminar auf und ist explizit für Musiktherapeut*innen und Lehrer*innen konzipiert.
Fortbildungspunkte sind bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 10

21HF301 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Saal · 550,– €
6.-7.11. · 22.-23.1.22. · je Sa. 9-18 Uhr · je So. 9-16 Uhr

Bodysongs und Körper-Musik in Musik- und Psychotherapie NEU
Die Zusatzqualifikation »Bodysongs in Musik- und Psychotherapie« ist ein praxisorientiertes Methodenseminar. Es ermöglicht den Teilnehmenden Schritt für Schritt, sich mit Bodysongs und Bodypercussion als eine Form der KörperMusik vertraut zu machen und sie im Gruppen- oder Einzelsetting im Kontext eines therapeutischen oder (heil)pädagogischen Prozesses anzuwenden.
Bodysongs sind Lieder in Bewegung. Der Körper macht die Beats und ist das rhythmische Begleitorchester. Die Kombination von Singen und bilateraler Selbststimulation generiert eine gesundheitsfördernde Biochemie und ist in vielen Kulturen wiederzufinden. In Gemeinschaft unterstützen Bodysongs Verbundenheit und Synchronizität. Im Verlauf eines therapeutischen Prozesses ermöglichen sie die körperliche Verankerung gewünschten Erlebens (Embodiment) und können nachhaltig in den Alltag transferiert werden. Die therapeutische Arbeit mit Bodysongs entspricht dem neuesten Stand klinischer Forschung und Praxis, die in zunehmendem Maße strukturierte Werkzeuge und Module als Selbstregulation und Selbststärkung integriert. Bodysongs sind hierzu ein musiktherapeutisches Pendant.
Das Training wird erweitert durch theoretische Kontextualisierungen zu relevanten Grundlagen aus Neurowissenschaft, Psychotherapie, Gesundheitswissenschaft, Biopsychoneuroimmunologie uvm. Ziel ist es, den methodischen Spielraum als TherapeutIn zu erweitern und die neuen Spielformen mit der eigenen Expertise zu verbinden.
Das Training besteht aus zwei fünftägigen Modulen und einem Integrations- und Transferwochenende. Eine Zertifizierung wird erreicht durch die Vorstellung eines Bodysongs und dessen Dokumentation.

87 Fortbildungspunkte sind von der bayerischen Psychotherapeutenkammer genehmigt. Mindeste Teilnehmerzahl 9

21HF305 · Martina Baumann, Uwe Loda · Saal · 1260,– €
neue Termine:
1. Modul: Fr, den 29.10.bis Di, den 02.11.2021
2. Modul: Fr, den 25.02. bis Di, den 01.03.2022
3. Modul: Fr, den 08.04. bis So, den 10.04.2022
je am 2.-4. Tag 10-18 Uhr · je am 5. Tag 10-13 Uhr

Das EBQ-Instrument und seine entwicklungspsychologischen Grundlagen
Die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehung herzustellen und zu gestalten, zeigt sich in der Musiktherapie im instrumentalen, stimmlich-vorsprachlichen und im körperlich-emotionalen Ausdruck. Das durch eine Reliabilitätsanalyse überprüfte EBQ-Instrument ist ein Einschätzungsinstrument für die musiktherapeutische Praxis. Es dient der Einschätzung der zwischenmenschlichen Beziehungsqualität (Diagnostik), der Verbesserung musiktherapeutischer Vorgehensweise (Methodik, Interventionstechnik) sowie dem Wirkungsnachweis der Musiktherapie (Evaluierung, Forschung) und umfasst vier Skalen. Diese Weiterbildung hat die Kenntnis sowie die qualifizierte Anwendung dieses Einschätzungsinstrumentes zum Ziel. Zu jeder Skala werden die entwicklungspsychologischen Grundlagen vermittelt und wird die praxisbezogene Anwendung geübt. Mindeste Teilnehmerzahl 12
Anmeldeschluss Januar 2022. Fortbildungspunkte beantragt.

21HF303 · Claudine Calvet, Karin Schumacher, Silke Reimer · Saal · 1590,– €
11.-13.2.22 · 18.-20.3.22. · 20.-22.5.22 · 17.-19.6.22 · 5.-7.8.22

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Weiterbildungen für Psychotherapeut*innen
Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*innen

Musiktherapeutische Elemente im psychotherapeutischen Behandlungsprozess NEU Wochenende- oder Ferienkurs
Musik nimmt in der Lebenswelt vieler Patienten einen wichtigen Stellenwert ein. Deshalb können Musik und musiktherapeutische Interventionen in der Psychotherapie wirksame nonverbale Zugänge zu den Erlebniswelten der Patienten eröffnen und die Möglichkeiten des musikalischen Erlebens und Ausdrucks nutzen, um Heilungsprozesse zu aktivieren.
Diese Seminarreihe vermittelt einfache musiktherapeutische Interventionstechniken, die sich zur selektiven Anwendung im psychotherapeutischen Behandlungsprozess besonders eignen. So werden Elemente zur Affektregulation, zur Herstellung einer Atmosphäre der Geborgenheit, zur Erlebnisaktivierung oder zum Ausdruck und zur Bearbeitung von Konflikten vorgestellt.
In 6 Einzelseminaren werden theoretische und methodische Grundlagen zu spezifischen Themenschwerpunkten vermittelt. Die Seminare 2-6 werden jeweils von zwei DozentInnen geleitet.
Ab dem zweiten Seminar werden Erfahrungen aus den Therapiesitzungen der TeilnehmerInnen in den Seminaren reflektiert.
Seminarleitung: Dr. Andreas Wölfl, Gabriele Engert-Timmermann, Dorit Paul, Silke Siebert, Prof. Dr. Tonius Timmermann und Hanns-Günter Wolf

Die Seminare können als Einzelseminare oder – vergünstigt – als Seminarreihe gebucht werden. Die Buchungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt, wobei Buchungen für die gesamte Seminarreihe Vorrang erhalten.
Gebühren: Seminarreihe 1.620
,– € (vergünstigt), Einzelseminare je 295,– €

1. Seminar: 11.+12.9.
Einführung in die Musiktherapie: Eine Übersicht über musiktherapeutische Behandlungsansätze in der Psychotherapie
Auf der Basis eines entwicklungspsychologisch fundierten integrativen Psychotherapieverständnisses werden Wirkungsweisen der Musik und spezifische musiktherapeutische Interventionsformen vorgestellt. In diesem Grundlagenseminar werden sowohl Vorgehensweisen zur Bearbeitung von Konflikten und strukturellen Defiziten als auch zur Ressourcenaktivierung und übungszentrierter Problembewältigung aufgezeigt und an Beispielen erörtert.

2. Seminar: 27.+28.11.
Musikanamnese: Diagnostische und therapeutische Aspekte des Musik Hörens
Musik ist heute im Alltag der Menschen allgegenwärtig. Ob als Hintergrundmusik im Kaufhäusern, beim Autofahren oder bei der Arbeit, als Medium in Film und Fernsehen oder als persönlich ausgesuchtes Musikerlebnis in der Freizeit. Viele Menschen setzen Musik ein, um ihre Gefühle zu regulieren, um in Stimmung oder zur Ruhe zu kommen. Welche Musik hören sie und welche Effekte erreichen sie damit? Musikpsychologische Studien belegen ein sehr individuelles Hörverhalten von Musikkonsumenten, das sowohl eine Verstärkung positiver wie negativer Gefühle als auch die Bewältigung bedrückender oder destruktiver Stimmungen und Affekte bewirken kann.
Eine nahezu ständige Verfügbarkeit und Präsenz von Musik erhöht im Alltag das hohe psychologische Wirkungspotential von Musik, das sowohl konstruktive als auch destruktive Prozesse verstärken kann. Durch das Einbeziehen der Alltagsmusik des Patienten in den psychotherapeutischen Behandlungsprozess können Hörmuster und ihre psychologische Wirkung erkannt und im therapeutischen Prozess berücksichtigt werden.
Im Seminar werden - ausgehend von den Hörgewohnheiten der Teilnehmer*innen - Schritte der Musikanamnese und der Analyse des individuellen Hörverhaltens vorgestellt. Weiter werden klinische Beispiele von behandlungshemmendem und behandlungsförderndem Musikkonsum von Patienten und Patientengruppen vorgestellt und mögliche Interventionen (Musikanamnese, Analyse von Hörverhalten, diagnostische Zusammenhänge, psychodynamische und übungszentrierte Vorgehensweisen) im Behandlungsprozess aufgezeigt.

3. Seminar: 26.+27.2.22
Improvisation: Musikalisch nonverbaler Ausdruck und improvisiertes Zusammenspiel: Zielsetzungen im psychotherapeutischen Behandlungsprozess
Durch den Wechsel auf die nonverbale Ebene im Behandlungsprozess werden unbewusste und intuitive Potentiale (und Defizite) der Wahrnehmung, des Ausdrucks, des Kontakt- und Kommunikationsverhaltens aktiviert und der psychotherapeutischen Bearbeitung zugänglich. In diesem Seminar werden einfache Formen der Improvisation auf einzelnen leicht spielbaren Instrumenten zur Erweiterung und Vertiefung der Wahrnehmung, des Ausdrucks und der intuitiven Kommunikation vorgestellt, die sich zum Einsatz im psychotherapeutischen Behandlungsprozess eignen. Die Einführung in Elemente der musiktherapeutischen Improvisation zeigt psychotherapeutische Wirkungspotentiale auf und macht sie im Handeln erfahrbar. Neben den therapeutischen Möglichkeiten werden auch potentielle Risiken wie Überforderung oder emotionale Entgrenzung erörtert und eine verantwortliche und kontrollierte Anwendung einzelner Interventionen im Rahmen des psychotherapeutischen Behandlungsprozesses vermittelt.

4. Seminar: 30.4.+1.5.22
Symbolisch-musikalische Rekonstruktion von Dynamiken: Rekonstruktion von Beziehungsmustern, Familienkonstellationen und inneren Dynamiken in der Improvisation
In diesem Seminar werden die Möglichkeiten der musiktherapeutischen Aufstellungsarbeit von Systemen im Rahmen des psychotherapeutischen Prozesses vorgestellt. Durch die Verbindung der Rekonstruktion von Systemen mit der Symbolik von Instrumenten und der Möglichkeit der musiktherapeutischen Improvisation werden besondere kreative Bearbeitungs-, Vertiefungs- und Lösungspotentiale aktiviert. Es werden musiktherapeutische Arbeitsweisen mit Systemen wie der Familienklangskulptur oder dem inneren Orchester vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, sich in der musikalisch-nonverbalen Rekonstruktion mit konstruktiven und hemmenden oder auch destruktiven Aspekten von äußeren und inneren Systemen auseinanderzusetzen. Die Aufstellung mit Instrumenten eröffnet in der Einzelpsychotherapie effektive Möglichkeiten, das Gesamtsystem abzubilden und einzelne Aspekte dynamisch zu vertiefen.

5. Seminar: 9.+10.7.22
Rezeptive Musiktherapie – Körper- und Atemwahrnehmung in Kombination mit Klang- und Musikerleben
Rezeptive Musiktherapie beinhaltet die Kombination von Elementen aus Körper- und Atemtherapie mit Musikhören und Klangerleben als wirkungsvolle psychotherapeutische Vorgehensweisen. Entspannung mit Musik, musikgeleitete Fantasiereisen und Imaginationsübungen eröffnen ein breites Wirkungspotential zwischen den Eckpunkten der körperlichen und emotionalen Resonanz, der freien Assoziation und der thematisch geleiteten Vertiefung und Neuerfahrung. Körperbewusstsein und Achtsamkeit für den Atem verbinden das Unbewusste mit dem Bewussten und intensivieren die akustische Wahrnehmung.
So kann auch ein Zugang zu grundlegenden, intrauterinen und präverbalen Entwicklungsphasen des Menschen ermöglicht werden. Die frühen Erfahrungen sind gleichzeitig körperlicher und akustischer Natur: ein Zusammenwirken und Zusammenschwingen von Körper- und Klang-Erfahrung, von haptisch-taktilen und akustischen Reizen, von Tastsinn und Gehörsinn. Um Neuerfahrungen im therapeutischen Sinne zu ermöglichen, gilt es, entsprechende innere Prozesse zu dynamisieren und zu bearbeiten.
Im Seminar werden elementare rezeptive Vorgehensweisen vorgestellt, die sich für eine fokussierte und selektive Anwendung im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung eignen. In dem durch Wahrnehmung von Körper und Atem sensibilisierten Zustand werden für die Teilnehmenden Klänge und Musik, vor allem live, gespielt (z.B. Monochord, Gong, Klangschale, Rhythmusinstrumente) und die Erlebnisse besprochen. Es wird ferner reflektiert, wo solche rezeptiven Vorgehensweisen im Behandlungsverlauf indiziert oder kontraindiziert sind und wie sie gegebenenfalls auch diagnosespezifisch eingesetzt werden können.

6. Seminar: 8.+9.10.22
Stimmarbeit und Singen: Möglichkeiten des stimmlichen Ausdrucks zur Aktivierung Herstellung emotionaler Tiefe, zur Erfassung emotionaler Hintergründe und zur Veränderung des persönlichen Ausdrucks im Behandlungsprozess
Der Klang unsere Stimme ist ein sehr direkter Ausdruck unserer Persönlichkeit und unserer aktuellen Gestimmtheit. Er zeigt unserem Gegenüber in gleicher Weise Selbstsicherheit, Freude und Frohsinn wie Präsenz und Einfühlungsvermögen im Kontakt oder Unsicherheit, Angst und Trauer. In der Psychotherapie kommen sehr oft Bedrückung, Niedergeschlagenheit, Angst und Unsicherheit im Klang der Stimme zum Ausdruck. Das Singen von Liedern und das Experimentieren mit der Stimme in Stimmübungen eröffnen im Kontakt mit den Patienten einfache Möglichkeiten, Vertrauen zu entwickeln, den Klang der eigenen Stimme wahrzunehmen und die individuelle Ausdrucksfähigkeit zu erweitern. Besonders in der Arbeit mit Kindern kann beim Singen ein positive Atmosphäre in der therapeutischen Situation entstehen. Auch in der Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen bildet sich eine vertraute Atmosphäre, wenn Hemmungen und Schamgefühle bearbeitet werden und mit dem stimmlichen Ausdruck die eigene Selbstsicherheit wächst. Im Seminar werden einfache musiktherapeutische Interventionen zur Stimmarbeit mit verschiedenen Zielgruppen vermittelt, die im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden können.

114 Fortbildungspunkte von der bayer. Psychotherapeutenkammer genehmigt.
Mindeste Teilnehmerzahl 10
Die Seminare können als Einzelseminare, oder – vergünstigt – als Seminarreihe gebucht werden. Anmeldeschluss für die Seminarreihe ist der 1.8.2021 Die Buchungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt, wobei Buchungen für die gesamte Seminarreihe Vorrang erhalten.

Buchung der ganzen Seminarreihe
21HF400 · Andreas Wölfl, Gabriele Engert-Timmermann, Dorit Paul,
Silke Siebert, Tonius Timmermann, Hanns-Günter Wolf
Alle Seminare 21HF401 bis 21HF406 · 1620,– €

Buchung der Einzelseminare
21HF401 · Teil 1, Andreas Wölfl · 11.+12.9. · Saal
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF402 · Teil 2, Silke Siebert, Andreas Wölfl · 27.+28.11 · Saal
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF403 · Teil 3, Hanns-Günter Wolf, Andreas Wölfl · 26.+27.2.22 · Saal
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF404 · Teil 4, Silke Siebert, Andreas Wölfl · 30.4.+1.5.22 · Saal
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF405 · Teil 5, Gabriele Engert-Timmermann, Tonius Timmermann,
Andreas Wölfl · 9.+10.7.22 · Saal
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

21HF406 · Teil 6, Dorit Paul, Andreas Wölfl · 8.+9.10.22 · Kursraum 7
Sa 9.30-18.30 · So 9.30-16.00 · 295,– €

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> Seminarreihe: Musiktherapeutische Elemente
im psychotherapeutischen Behandlungsprozess

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International courses

DrumPower – Violence Prevention
DrumPower – Violence Prevention, Social Integration and Empowerment through music
This advanced qualification for music therapists and teachers will present fundamentals of the DrumPower project – a scientifically developed method for projects with children and youth to prevent violence and promote social inclusion and selfesteem by musical and scenic improvisation. The semi-structured program, called DrumPower, was evaluated in several scientific studies since 2009 and has been revised and differentiated according to the studies’ results. It is fully elaborated for the application in schools of different levels, whereas modified forms for the work with refugees and in clinical contexts are under development.
The different elements of the concept will be explained theoretically and taught practically in exercises. In particular, musical and music therapeutical techniques to promote self-esteem, empathy, social inclusion and constructive conflict solving skills are the core themes of the program.
On this foundation, the projects facilitate to deal – in a creative, musical and improvisatory way – with the issues of aggression and violence, and to develop own concepts of how to manage conflicts and violent situations. The projects end in a workshop performance, giving the participating students an opportunity to present some results of their project work.
The further qualification will provide the structure and working methods of the DrumPower project for the application in different types of schools. By means of self-experience you will be shown how to guide and instruct a project as well as how to present different models of constructive and social-related conflict resolution. Furthermore, you will gain insights into how to deal with lack of motivation and resistance. Finally, we will focus on the transfer and effective implementation of such models in the daily lives of children.

DrumPower – Basic seminary
The basic seminar presents introduces principles of violence prevention through music and the DrumPower project method.Following the structure of the project, the central methodical procedures of drum improvisation, sound perception, voice work and music therapeutic role play are presented and exemplified in exercises. Important aspects for the integration of the project work in the context of the school and for the transfer of the project results are discussed.
Fortbildungspunkte werden bei der bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt. Mindeste Teilnehmerzahl 12

F501 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · Kursraum 7 · 450,– €
Wednesday–Sunday · August 4.–8.
We 6.30 pm–9 pm · Th, Fr and Sa each 9 am–6 pm · Su 9 am–2 pm

DrumPower – Advanced seminary – online
The advanced DrumPower qualification following the basic seminar qualifies the participants to plan and implement the project method independently. The training course conveys methodical procedures for the preparation, implementation and transfer of project results. It is designed in the sense of a learning system and requires the participants to actively participate in the learning process, to implement the project method in practice as well as self-organised development, presentation and the written elaboration of individual specialisation topics in small groups.
To make it easier for the participants from countries far away, this international advanced training course is designed as an online seminar over two weekends (4 days). It combines input lectures with discussion groups and practical tasks. A detailed curriculum can be obtained from the office on request.

21HF501 · Andreas Wölfl, Henrike Roisch · online · 550,– €
Saturday/Sunday · October 30./31. ·January 29./30.2022 ·
Sa each 9 am–6 pm · Su each 9 am – 4 pm

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Freies Musikzentrum e. V. München

29. Fachtagung Musiktherapie

Die Tagung findet ausschließlich online statt!
Wir führen die Tagung in rein virtueller Form durch. Damit verlängert sich die Anmeldefrist auf Freitag 5.3.2021, 15:00 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt eingehende Anmeldungen werden noch berücksichtigt. Die verwendete Software ist Zoom, eine persönliche oder kostenpflichtige Lizenz ist nicht erforderlich.
Die Online-Gebühr ist reduziert auf 80 €. Wer sich für die volle Gebühr von 120 Euro angemeldet hatte, erhält bei Bedarf eine Rückerstattung.
Wir versuchen, auch im virtuellen Raum möglichst viele Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen: Nach jedem Vortrag ist eine vertiefende Diskussion auch mit den digital Teilnehmenden vorgesehen. 
Die Zugangsdaten erhalten Sie am Mittwoch, den 3.3. vor der Tagung. Bitte stellen Sie rechtzeitig sicher, dass Ihr E-Mail Account dann empfangsbereit und funktional ist (zum Beispiel sollte Ihr Postfach nicht überfüllt sein).« 

Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie
Leitung: Christian Galle-Hellwig und Monika Baumann
Viele Musiktherapeuten arbeiten im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit zumindest punktuell mit Suchtklienten, wenn auch »nur« im Rahmen einer Doppeldiagnose. Trotz der hohen Zahl an Suchtpatienten weltweit, existiert zum einen relativ wenig musiktherapeutische Fachliteratur hierzu; zum anderen gibt es auch wenig Musiktherapeuten, die in Suchtfachkliniken arbeiten – im Gegensatz zu anderen Künstlerischen Therapeuten. Diese Tatsachen führten uns zu der Frage, ob der Suchtpatient so etwas wie ein musiktherapeutisches Stiefkind-Dasein fristet?
Grund genug, sich im Rahmen dieser Fachtagung mit der Thematik näher zu beschäftigen. Unsere Referenten stellen aus den unterschiedlichsten, sucht­spezifischen Arbeitsbereichen ihre persönlichen musiktherapeutischen Arbeitsansätze und -methoden vor. Wir hoffen, durch diese Beiträge die Diskussion anzuregen und die Suchtproblematik stärker ins musiktherapeutische Bewusstsein rücken zu können.

9 Fortbildungspunkte von der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.

Tagungsprogramm
Samstag, 6. März 2021

  • 11.30 – 12.30 technische Einrichtungszeit
  • 12.30 – 13.00 Begrüßung und Einführung in das Thema
  • 13.00 – 13.45 Bärbel Würdinger:
    Sucht und Identität: kreative Identitätsarbeit im ambulanten Setting
  • 13.45 – 14.15 vertiefende Diskussion
  • 14.30 – 15.15 Andreas Blase:
    Gestalt-Musiktherapie für suchtgestörte Erwachsene
  • 15.15 – 15.45 vertiefende Diskussion
  • 15.45 – 16.15 große Pause
  • 16.15 – 16.30 Vorstellung der KoB-Band
  • 16.30 – 17.15 Martina Leipoldt-Döring:
    Regulative Musiktherapie in der Langzeittherapie mit Suchtpatient*innen
  • 17.15 – 17.45 vertiefende Diskussion
  • 18.00 – 18.45 Harald Neudert:
    Bindung und Affektive Regulation als zentrale Themen und musiktherapeutische Kernkompetenzen
  • 18.45 – 19.15 vertiefende Diskussion

Sonntag, 7. März 2021

  • ab 9.20 Einwählen der Teilnehmenden
  • 10.00 – 10.45 Holger Selig:
    Der/die Therapeut*in, die Musik und die Sucht –
    Zur Beziehungsdynamik in der Musiktherapie mit Suchtkranken
  • 10.45 – 11.15 vertiefende Diskussion
  • 11.30 – 12.15 Rahel Jansen:
    Rückfall – alles auf Anfang?
    Ermöglichen von Kontinuität in der musiktherapeutischen Behandlung
  • 12.15 – 12.45 vertiefende Diskussion
  • 12.45 – 13.00 Abschluss der Tagung, Ausblick

Referenten und Themen

Bärbel Würdinger
Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, systemische Therapeutin (SG), Psychotherapeutin (EAP), FreD-Trainerin, Sozialtherapeutin Sucht (DRV anerkannt), systemische Supervisorin (DGSF), Traumatherapeutin (MITT); seit vielen Jahren in der Suchtarbeit tätig und seit 2012 Leitung der Suchtberatungsstelle Prop e. V. in Freising.

Sucht und Identität: kreative Identitätsarbeit im ambulanten Setting
Viele unserer Suchtpatienten tun sich extrem schwer, Sucht als Erkrankung zu akzeptieren. Es wird deutlich, dass die Selbstattribution »suchtkrank« eine erhebliche Identitätsstörung in der Person verursachen kann. Gleichzeitig ist die Suchtbiographie eines Menschen auch identitätsbildend. Die Identitätsarbeit mit ihren Methoden ist im Grunde Arbeit, die wir brauchen, um Suchtkranke zu verstehen und neue Dissonanzen hervorzurufen, um die Motivation zur Veränderung voranzutreiben.
Im Vortrag wird an Hand der fünf Säulen der Identität (aus der Integrativen Therapie nach H. Petzold) aufgezeigt, wie eine Suchterkrankung diese Bereiche durchdringt und welcher Gewinn es für Betroffene sein kann, sich mit seinen Identitätssegmenten kreativ auseinanderzusetzen. Beispiele aus der Beratungspraxis helfen eine Theorie-Praxis-Verschränkung nachzuvollziehen.

Andreas Blase
Musiktherapeut DMtG, Gestalttherapeut DVG, Musik-Gestalttherapeut IGG, psychotherapeutische Tätigkeit nach dem HPrG, Supervisor und Lehrmusiktherapeut der HfMT, Supervisor, Lehrtherapeut und Ausbilder HIGW; seit 1996 tätig in freier Praxis (www.Klang-Centrum.de)

Gestalt-Musiktherapie für suchtgestörte Erwachsene
Der Prozess der Bedürfnis-Befriedigung offenbart die Störungen im Erleben und Handeln suchterkrankter Menschen und verhindert echten Genuss. Welche Therapie erweist sich hier als hilfreich? Nach Greenberg und Pascual‐Leone (2006) ist weder reine Katharsis noch reine Reflexion ausreichend für eine wirksame emotionale Verarbeitung des Suchtverhaltens und der häufig zugrunde liegenden Depression. Musikalischer Ausdruck ermöglicht emotionale Aktivierung und bietet zudem im Gestalt-dialogischen Kontakt die Grundlage für kognitive Auseinandersetzung mit den eigenen Mustern der gestörten Bedürfnisbefriedigung. Gestalttherapie hilft im Hier und Jetzt die Wahrnehmung zu erweitern, den Sinn emotionalen Erlebens zu erschließen und daraufhin experimentell zu neuen Formen einer gesunden Bedürfnisbefriedigung zu gelangen. In der Reflexion der neuen Erfahrung kommt es zu neuen, emotional basierten, Selbstdeutungen und einer verbesserten Selbstwirksamkeit – für ein Leben mit Genuss.

Martina Leipoldt-Döring
M.A. Musikwissenschaften und Kunstgeschichte (Universität Leipzig), Musiktherapeutin DMVS; seit 10 Jahren tätig in der Soteria-Klinik (Suchtklinik) und seit 5 Jahren an der Psychiatrischen Institutsambulanz für Erwachsene des Helios Park-Klinikums Leipzig.

Regulative Musiktherapie (RMT) in der Langzeittherapie mit Suchtpatient*innen
In diesem Beitrag werde ich die Arbeit mit suchtkranken Patient*innen in der Langzeittherapie beschreiben und die RMT in einem theoretischen Abriss definieren. Zudem werden wir in verschiedene Musikstücke der Konzert- und Instrumentalmusik der letzten 300 Jahre reinhören und uns mit dem Thema der Selbstbegegnung und Wahrnehmung auseinandersetzen. Da Musik emotionale Prozesse ganz direkt anspricht und uns ergreift, können sich bei Suchtkranken schnell innere Widerstände und eine große Abwehr aufbauen. Erst wenn diese erkannt werden, sind diese Menschen bereit, sich von Musik berühren zu lassen und ihrem Selbst zu begegnen.

Harald Neudert
Dipl.-Musiktherapeut (HdK Berlin), Dipl.-Musiklehrer (Jazzgitarre, HfM Würzburg), Tinnitustherapeut (TIM); selbständig tätig in musiktherapeutischer Praxis, im KKH Tauberbischofsheim (Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie) und in einer privaten Suchtklinik in Bad Brückenau; musikalische Projekte als Komponist, Gitarrist und Oud-Spieler.

Bindung und Affektive Regulation als zentrale Themen und musiktherapeutische Kernkompetenzen
Die meisten Süchtigen benutzen Suchtmittel, um damit innere Spannungszustände zu regulieren und/oder schwierige Gefühle zu verdrängen. Hintergrund sind in der Regel inadäquate Bindungserfahrungen und/oder massive Überforderungen der Selbstregulationskompetenz von der frühesten Kindheit bis zur Gegenwart. Eine wirksame Suchttherapie sollte deshalb auf verschiedenen Ebenen daran arbeiten den Patienten eine bessere Spannungsregulation zu ermöglichen und die Handlungsfähigkeit in emotionalen Stresssituationen zu verbessern. Musiktherapie kann dabei durch ihren besonderen Zugang zu frühen Lebenserfahrungen und ihre starke affektive Komponente einen wichtigen Beitrag leisten.

Holger Selig
Diplom-Musiktherapeut (FH Heidelberg), Fortbildung in Psychodynamisch-Imaginativer-Traumatherapie (PITT) und Musiktherapeutischer Schmerztherapie. Seit 1999 freiberuflich tätig, seit 2009 im Bereich Erwachsenenpsychiatrie (AMEOS Klinikum, Neustadt; Therapiezentrum Psychose und Sucht, Hamburg). Mitglied der Norddeutschen Arbeitsgemeinschaft Psychodynamische Psychiatrie (NAPP), Dozent zum Thema Musiktherapie am Adolf-Ernst-Meyer-Institut, Hamburg.

Der/die Therapeut*in, die Musik und die Sucht –
Zur Beziehungsdynamik in der Musiktherapie mit Suchtkranken
Aus der Perspektive eines psychodynamisch reflektierenden Praktikers wird in dem Vortrag nach dem Spezifischen gesucht: worin genau spiegelt sich eigentlich »das Süchtige« in der Arbeit mit suchtkranken Menschen und welche spezifische Rolle kommt der Musik dabei zu? Ausgehend von der Beobachtung, dass bestimmte Gegenübertragungsgefühle gehäuft bei Suchtpatienten auftauchen, wird die Beziehung zwischen süchtigem Patienten und dem Musiktherapeuten reflektiert. Kann die Musik als Objekt, welches Patient und Therapeut gemeinsam erschaffen, in dieser Beziehung hilfreich sein? Oder erschwert die Musik vielmehr die Behandlung, weil sie einem Suchtmittel nicht unähnlich die Flucht vor Problemen ermöglicht? Welche Schlussfolgerungen ließen sich aus der Beantwortung dieser Fragen für den Umgang mit der Musik in der Therapie ziehen?

Rahel Jansen
Musiktherapeutin (M.A.), Bachelorabschluss in Nijmegen (NL), Masterabschluss in Münster; Doktorandin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Fachbereich Musiktherapie, in Ausbildung zur GIM Therapeutin am IMIT Berlin; tätig in der Erwachsenenpsychiatrie der LVR-Klinik Viersen.

Rückfall – alles auf Anfang?
Ermöglichen von Kontinuität in der musiktherapeutischen Behandlung
Seit 1968 haben Abhängigkeit und Sucht offiziellen Krankheitswert in Deutschland. Das gesellschaftliche Verhältnis zu diesen zeigt sich jedoch weiterhin ambivalent, Rückfälle werden meist eher als Willens- oder Charakterschwäche angesehen. Auch kehren Patienten mit Suchterkrankungen aufgrund von Rückfällen im häuslichen Rahmen überdurchschnittlich häufig zurück in die stationäre psychiatrische Behandlung. Die Musiktherapie bietet hier die Möglichkeit, Wiederaufnahmen zur übergeordneten Langzeitbehandlung zu nutzen. Ein thematisches Wiederanknüpfen wird möglich und Kontinuität geboten. Freie Improvisationen, welche in den jeweiligen Aufenthalten anhand von Rekonstruktion und Beschreibung im Sinne der morphologischen Musiktherapie analysiert werden, dienen als roter Faden.

9 Fortbildungspunkte bei der bay. Psychotherapeutenkammer genehmigt.

Veranstaltungsort
Die Tagung findet ausschließlich online statt!
Wir führen die Tagung in rein virtueller Form durch. Damit verlängert sich die Anmeldefrist auf Freitag 5.3.2021, 15:00 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt eingehende Anmeldungen werden noch berücksichtigt. Die verwendete Software ist Zoom, eine persönliche oder kostenpflichtige Lizenz ist nicht erforderlich.
Die Online-Gebühr ist reduziert auf 80 €. Wer sich für die volle Gebühr von 120 Euro angemeldet hatte, erhält bei Bedarf eine Rückerstattung.
Wir versuchen, auch im virtuellen Raum möglichst viele Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen: Nach jedem Vortrag ist eine vertiefende Diskussion auch mit den digital Teilnehmenden vorgesehen. 
Die Zugangsdaten erhalten Sie am Mittwoch, den 3.3. vor der Tagung. Bitte stellen Sie rechtzeitig sicher, dass Ihr E-Mail Account dann empfangsbereit und funktional ist (zum Beispiel sollte Ihr Postfach nicht überfüllt sein).« 
Die Tagung findet ausschließlich online statt! 

Tagungsgebühr
Digitale Teilnahme 80,– €

Anmeldung und Anmeldeschluss
Anmeldeschluss ist der 5.3.2021 um 15:00  Uhr. Bitte melden Sie sich bis zu diesem Termin schriftlich unter Angabe der Kursnummer 20HF100 und mit einer Einzugsermächtigung für den Kursbetrag an. Mindeste Teilnehmerzahl 60

Stornierung
Bei Stornierung durch den Teilnehmer bis zum Anmeldeschluss wird die Teilnahmegebühr abzüglich 20,– € Bearbeitungsgebühr zurück überwiesen.
Bei Stornierung nach dem Anmeldeschluss ist eine Erstattung nicht möglich.

Download als pdf
> Musiktherapie-Tagung 2021 »Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie«

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BWM – Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie


Online-Sprechstunden per Zoom am

Freitag, den 23. April um 10 Uhr
Freitag, den 14. Mai um 10 Uhr
Freitag, den 11. Juni um 10 Uhr
Bitte Zugangslink per Mail bei Monika Baumann
mbaumann@freies-musikzentrum.de erfragen.

Leitung: Monika Baumann, Dr. Andreas Wölfl
Ansatz: Musiktherapie als tiefenpsychologisch fundiertes Psychotherapie-Verfahren
Dauer: 3 1/2 Jahre (7 Semester) in Form von Wochenend- und Blockveranstaltungen

Aufnahmevoraussetzungen

  • Hochschulreife (ggf. ist Zulassungsprüfung möglich)
  • geeigneter Vorberuf mit Berufserfahrung
  • Mindestalter 26 Jahre
  • musikalische und persönliche Eignung
    (wird in einem Aufnahmeverfahren geprüft)

Ziel
Über die Integration musiktherapeutischer Arbeitsweisen in den Grundberuf wird eine Befähigung zur selbständigen musiktherapeutischen Tätigkeit vermittelt.

Abschluss
Zertifikat mit detailliertem Fächerspiegel, Praktika, Thema der Abschlussarbeit.

Zertifizierung
Von der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) als Voraussetzung zur Zertifizierung »Musiktherapeut/in DMtG« anerkannt. Von der bayerischen Psychotherapeutenkammer als Fortbildung anerkannt (ca. 250 Punkte jährlich).

Bewerbung bis 30.9.2021

Aufnahmeprüfung im November 2021

Ausbildungsbeginn: Januar 2022

Kosten
250,– € monatlich über 42 Monate. zzgl. der Kosten für Einzel-Lehr-Musiktherapie und
Einzel-Lehr-Supervision in Höhe von ca. 2.200,– € jährlich.
Prüfungsgebühren: Aufnahmeprüfung 95,– €
Zwischen- und Abschlussprüfung je 165,– € (Änderungen vorbehalten).

Dozenten
M. Baumann, J. Bosse, G. Engert-Timmermann, Ch. Galle-Hellwig, S. Grill, S. Haase,
S. Hellwig, N. Neumann, Prof. Dr. M. Sack, D. Schmeer, Dr. S. Schulz, S. Siebert,
M. Sommerer, Prof. Dr. T. Timmermann, D. Westphäling, Dr. A. Walter, Dr. A. Wölfl,
H. G. Wolf und weitere

Auskunft
Dr. Andreas Wölfl , Tel: 089 - 20 20 76 22, awoelfl@freies-musikzentrum.de
Monika Baumann: mbaumann@freies-musikzentrum.de

Ausführlicher Lehrplan und Informationen über Dozenten und Inhalte
der berufsbegleitenden Ausbildung als pdf >> Curriculum

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>> Broschüre zur Fortbildung »Berufsbegleitende Ausbildung Musiktherapie«

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Ausbildung Musiktherapie«

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Weiterführender Link
www.musiktherapie.de

Musiktherapietagung

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> Musiktherapie-Tagung 2021
»Musiktherapeutische Ansätze in der Suchttherapie«

Überblick über die
>> Themen der jährlichen Fachtagungen Musiktherapie seit 1993

Seminarreihe für approbierte Psychotherapeut*nnen

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im psychotherapeutischen Behandlungsprozess

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